Der Architekt Bruno Giacometti hat von 1961 bis 1979 auf dem Areal der Schweizerischen Epilepsie-Stiftung EPI in Zürich Lengg ein Generalbauprogramm zur Umgestaltung der Anlage geplant und umgesetzt. Dieses zählt zu seinen wichtigsten Werken und ist ein bedeutender Beitrag zur Spitalarchitektur der Nachkriegszeit in der Schweiz. Es entstand ein campusartiges Spitalareal mit bis heute unverändert hohen städtebaulichen Qualitäten. Als Architekt verstand sich Bruno Giacometti als Treuhänder der Patientinnen und Patienten, sodass sich die EPI-Anstalt in eine therapeutische Landschaft verwandelte. Auf Basis seiner Entwürfe wurden folgende inventarisierten Gebäude errichtet: Gemeinschaftszentrum mit Kirche, Schule und Turnhalle, zwei Personalhäuser für Frauen und für Männer, das Zentralgebäude, ein Wohnheim sowie das Werkstattgebäude mit Küche und Heizzentrale sowie weitere nicht inventarisierte Bauten wie die Schenkung Dapples. Im Rahmen der Masterplanung Lengg zum Ausbau des Areals sollten eines der beiden Personalhäuser an der Flühgasse 32 und das Werkstattgebäude mit Küche und Heizzentrale an der Bleulerstrasse 50/52 abgerissen werden. Deshalb wurden sie aus dem Inventar entlassen. Damit würden nicht nur zwei wichtige Schutzobjekte verloren gehen, sondern auch das von Giacometti geschaffene Klinik-Ensemble zerstört. Nun bleibt das zweite Personalhaus bestehen, während das Werkstattgebäude mit Küche und Heizzentrale zugunsten einer Weiterentwicklung des Areals abgebrochen wird.
Herausgeber und Verlag: Stadtzürcher Heimatschutz, ISBN 978-3-9525971-2-5
Neujahrsblatt 2026: Bruno Giacomettis Generalbauprogramm, EPI-Areal, Zürich Lengg
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Stadtzürcher Heimatschutz
Evelyne Noth
Goldauerstrasse 15
8006 Zürich